Aufstehen, keinen Plan, keinen Bock haben… na und?!

Aufstehen, keinen Plan haben und das Fehlen von diesem Funken an Begeisterung, um nun wirklich etwas umzusetzen. Genau solche Situationen haben mich früher unglaublich gestresst – oder haben vielleicht gar einen Grossteil meines Stresserlebens ausgemacht, so dass ich mich kurz daraufhin meist kopfüber in die Arbeit zwang.

Arbeit war meine Medizin, meine Lösungsstrategie, vielleicht gar meine Sucht. Einerseits um mir selbst das Gefühl zu geben, dass ich was tue (wobei ich mir ja nur selbst was vorgemacht habe) und wertvoll bin.  Und andererseits, um ja nicht der Wucht an angstgeprägten in meinem Kopf kreisenden Gedanken ausgeliefert zu sein. Gleichzeitig wäre ich mit Fragen nach dem Sinn im Leben konfrontiert worden, und darauf hatte ich definitiv keinen Bock bzw. war die Angst viel zu gross. Denn da schlummerte etwas in mir, ein tiefes Wissen, dass in all dem Getue, definitiv nicht der wahrhaftige Sinn des Lebens stecken kann. Und ich wage inzwischen zu behaupten, dass dieses tiefe Wissen in uns allen verborgen liegt, obwohl wir dies erst im Nachhinein bewusst erkennen dürften.

Es ist der 23.10.2018, morgens um 9 Uhr, ich erwachte für meine Umstände relativ früh, um 9 Uhr, bin bereits fit und munter, mit vielen Ideen, aber fehlt eben diese Lust, wirklich etwas anzupacken und zu tun, so zippe ich halt mal rund eine Stunde auf Facebook, Instagram rum. Wofür ich mich früher erst mal nur verurteilt hätte, wie kann ich nur die Zeit so unnütz verbringen. Ich fühle mich gerade vollkommen okay damit, ich hab einfach Lust und Laune dazu. Gleichzeitig weiss ich, ich muss ja nichts, zudem habe ich keine Termine und auch keine Pläne. Ja, da sind auch diese feinen Stimmen im Hintergrund: „Willst du nun nicht doch was tun?“ Mmmmh.. nicht wirklich. Und plötzlich hab ich Lust auf einen Kaffee, aber nein nicht zuhause, ich möchte raus in der Stadt… und so ich lass mich in den Morgen treiben, setz mich dann mal hin und bin. Ich lass einfach sein was ist, und warte ab… geniesse und spüre den Puls des Lebens…

Genau das ist für mich inzwischen zum Inbegriff von Freiheit, von freisein geworden… einfach zu sein (ohne dieses früher allgegenwärtige schlechte Gewissen), im Vertrauen entstehen und mich überraschen zu lassen. Ohne dieses vom Verstand gesteuerte ständige Einteilen der Aktivitäten in mehr oder weniger sinnvolle oder gar unnötige. Gesegnet mit meinem Wissen, dass ich weder mein Verstand noch meine Gefühle bin. Dankbar für dieses nicht erklärbare Wissen, nichts zu müssen und einfach sein zu dürfen…?

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