Das ALTER ist nur eine Ausrede! Wer wirklich lebt, bleibt in Bewegung.

Durch eine Diagnose von Osteoporose im Familienkreis habe mich in den letzten Wochen intensiv mit Fragen über den Zusammenhang von Bewegung, Gesundheit bzw. Krankheit und dem Älterwerden auseinandergesetzt und möchte meine Gedanken dazu mit dir teilen.

woman-1031000

Bewegung ist für mich der Inbegriff und Ausdruck von Lebendigkeit

Bewegung war schon immer ein wichtiger Bestandteil meines Lebens und gleichzeitig ein Spiegel meiner Selbst. Früher war ich wie sonst im Leben sehr leistungsorientiert unterwegs. Heute bewege ich mich mit Fokus auf die Körperwahrnehmung und mit viel Achtsamkeit. Ich trainiere deutlich weniger als früher, dafür viel bewusster, gelassener und fühle mich deutlich beweglicher, kräftiger und ausbalancierter als je zuvor.

Sport bedeutete für mich schon immer Ich-Zeit, Zeit für mich ganz persönlich, Zeit zum Abschalten, Energie tanken und erholen. Auch wenn es mich durchaus mal Überwindung kostete ins Training zu gehen, wurde mir spätestens nach jeder Trainingseinheit von neuem bewusst, wie gut es mir tut, mich zu bewegen. Der stressige Alltag war für einen Moment vergessen. Ich fühlte mich danach wieder geerdet, in meiner Mitte bzw. in meinem Körper zuhause. Ich fühlte mich insgesamt ruhiger, befreiter, leichter und lebendiger.

Bewegt bis ins hohe Alter – nichts ist unmöglich

Ich habe das Älterwerden noch nie mit Zerbrechlichkeit, Krankheit, irgendwelchen Einschränkungen oder mit etwas, was es zu vermeiden gilt, in Verbindung gebracht. Seit ich 30 bin und ich mich auf den Weg zu mir selbst gemacht habe, existiert Alter irgendwie gar nicht mehr. Seit drei Jahren habe ich sogar das Gefühl, mich immer gleich jung zu fühlen.

Ich bin zutiefst überzeugt, dass ich mich mit 80 Jahren (insofern ich natürlich so lange zu leben habe) vitaler und bewusster fühlen werde als mit meinen heutigen 33 Jahren. Die wichtigste Voraussetzung sehe ich darin, beständig in Bewegung zu bleiben – körperlich wie auch mental!

Unsere Gesellschaft widerspiegelt uns dazu ein ganz anderes Bild. Oftmals ist ein Abbau auf körperlicher wie auch geistiger Ebene zu beobachten.

Denk nun mal zurück an deine frühe Kindheit, mit welcher Begeisterung, Unbekümmertheit und Leichtigkeit du damals durchs Leben gegangen bist. Wie du dich damals bewegt hast – hüpfen und springen, sich verbiegen, Purzelbäume und Räder schlagen, waren ganz normal.

Wie viel davon kannst du denn heute noch?

 

Alles was wir mal konnten, liegt immer noch in uns. Tatsache ist, dass wir das, was wir nicht mehr können, einfach verlernt haben, weil wir es jahrelang nicht mehr gemacht haben. Diese kindliche Leichtigkeit, Kraft und Beweglichkeit schwindet, weil wir im Laufe unseres Lebens immer weniger Gebrauch davon machen. Schnell ist uns etwas zu anstrengend und zu mühsam oder wir haben das Gefühl, dass dies nun nicht mehr unserem Alter entspricht. Wir sind aber oftmals auch gar nicht mehr bereit dazu, etwas neues auszuprobieren.

Für mich scheint klar: Alles was nicht weiterhin gebraucht wird, in Bewegung bleibt und somit am Leben erhalten wird – auf körperlicher wie auch geistiger Ebene, scheint überflüssig zu sein und kann somit abgebaut werden.

 

Zudem kommt dazu, dass uns auch niemand wirklich Mut macht, uns so frei und unbekümmert zu bewegen, wie wir vielleicht möchten. Es scheint fast so, als wäre in unserer Gesellschaft wohl auch niemand wirklich daran interessiert, dass wir mit 80 Jahren noch kraftvoll, selbstbestimmt und zufrieden durchs Leben gehen.

Aber wieso sollte all das in Zukunft nicht mehr möglich sein?

Viel zu oft nutzen wir das Alter einfach als Ausrede!

Denn es gibt sie doch, die vitalen, beweglichen, kräftigen und junggeblieben älteren Menschen. Es sind genau diejenigen, welche offen und neugierig durch Leben gehen, sich immer wieder von neuem ausprobieren, den Mut haben Fehler zu machen, um daraus zu lernen und sich der Wichtigkeit von Bewegung im Alltag bewusst sind. Diejenigen, die das Leben selbst in die Hand nehmen.

Es ist nie zu spät Bewegung (wieder) in unseren Lebensalltag zu integrieren.

 

Ich bin überzeugt, dass BEWEGLICHKEIT, KRAFT und AUSGEGLICHENHEIT zu jedem Zeitpunkt im Leben, auch mit über 40, 60 oder mehr Jahren, zurückgewonnen werden können.

Es ist so viel mehr möglich…

Alle sagten: Das geht nicht.
Dann kam einer, der wusste das nicht und hat es einfach gemacht.
Autor: unbekannt

 

Wir glauben so viel und überprüfen so wenig. Wie viel von deinem Wissen hast du wirklich selbst erfahren, so dass du weisst, dass es deiner eigenen Wahrheit entspricht?

Seit zwei Jahren unterrichte ich in meinem Studio Faszien-Pilates in Achtsamkeit mit Fokus auf Körperwahrnehmung. Es handelt sich um ein sanftes und gleichzeitig kraftvolles und gezieltes Bewegungs- und Körperwahrnehmungstraining. Es geht nicht um Leistung und Resultate oder innerhalb einer bestimmten Zeit ganz bestimmte Ziele zu erreichen. Der Weg ist das Ziel. Ich biete meinen Teilnehmenden einen Raum, indem sie ganz sich sein dürfen und wo sie ganz ohne Leistungsdruck Bewegung ausprobieren, erleben und erfahren können. Zudem geht es in erster Linie darum, das bereits vorhandene Bewegungspotenzial vollumfänglich auszuschöpfen und andererseits die eigene Grenzen wahrnehmen und akzeptieren zu lernen.

Dank meinen wundervollen Teilnehmenden habe ich selbst erfahren dürfen, dass so viel mehr möglich ist, als wir uns vorstellen können. Insbesondere Personen, welche mit Bewegungseinschränkungen oder welche nach einer längeren Bewegungspause wieder mit dem Training angefangen haben – sehen und spüren nun nach einem Jahr regelmässigem Training deutliche Haltungsveränderungen, wie sich ihre Beweglichkeit, Kraft und ihr Wohlbefinden markant verbessert haben.

Altwerden hat für mich nichts mit Zerbrechlichkeit oder irgendeinem Abbau auf körperlicher oder geistiger Ebene zu tun. Ganz im Gegenteil: Unser Potenzial entfalten, können wir bis ans Lebensende.
Das Alter ist nur eine Ausrede! Wer wirklich lebt, bleibt lebenslang in Bewegung.

Der Einstieg ist meist alles andere als einfach …

Es braucht Überwindung. Nicht selten fühlen sich die mutigen Einsteiger/innen träge, kraftlos, ungelenkig und es fehlt an der Motivation. Spätestens im Training wird ihnen dann bewusst, was im Vergleich zu früher alles nicht mehr möglich ist, Selbstverurteilung und Schuldgefühle machen sich breit. Dies sind dann oftmals Gründe genug, um das Training (erneut) aufzugeben. All das ist aber normal und so was von menschlich. Ja, wir sind alles nur Menschen, alles andere als perfekt und meist einfach viel zu streng mit uns selbst. Dabei werden die ganz kleinen, aber so unglaublich wichtigen Fortschritte meist einfach übersehen. Gerade deshalb kann ein Training mit Begleitung so unglaublich unterstützend sein. Wie oft konnte ich in solchen Situationen jemandem Mut zu sprechen.

… und es ist nie zu spät!

Wie möchtest du dich mit 80 oder 90 Jahren fühlen bzw. wie möchtest du in diesem Alter durchs Leben gehen? Was kannst du selbst dazu beitragen? Nimm dir jetzt einen Moment Zeit, darüber nachzudenken.

Es ist dein Leben. Die Entscheidung und Verantwortung liegen ganz bei dir.

Falls du auch jemanden zum Nachdenken anregen möchtest, bitte dich ich meinen Beitrag zu teilen. Herzlichen Dank.